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Informationen

1973Anfang der Arbeit mit Pina Bausch
1973 bis 1991

Tänzer des Tanztheater Wuppertal

1994 bis 1999

Assistent von Pina Bausch und Trainingsleiter des Tanztheater Wuppertal


Biografie

Ed Kortlandt

wird 1945 als Sohn eines Universitätsprofessors und einer Ärztin geboren. Schon im Alter von Acht erlebt er sein Schlüsselerlebnis in Sachen Tanz: Auf einer Jugendfreizeit tanzt der Leiter des Camps mit seiner Tochter Polka. Fortan bestimmt der Folkloretanz seine Freizeitaktivitäten; von 1961-1969 nimmt er auch klassischen Ballettunterricht an der privaten Tanzschule von Mascha ter Weeme in Amsterdam. Außerdem spielt er begeistert Querflöte.

Zwischen Medizin und Tanz

Trotz der starken Neigung zur Kunst will Kortlandt es zunächst seiner Mutter nachtun und belegt von 1963-1965 Medizin an der Universität seiner Heimtstadt Amsterdam. Bald merkt er jedoch, dass dieses Studium nicht zu ihm passt und bricht ab. Nach absolviertem Militärdienst studiert er von 1967-1969 Querflöte, Klavier und Musiktheorie am Konservatorium sowie Tanz an der Scapino Tanzakademie in Amsterdam. Nach seinem Abschluss engagiert ihn Ineke Sluiter von 1969-1972 an ihre neu gegründete Kompanie am Danscentrum Rotterdam. Begeistert von ihrem Frühwerk Im Wind der Zeit bittet Sluiter Pina Bausch, das Stück mit ihren Tänzer:innen einzustudieren. Es ist Kortlandts erste Begegnung mit der späteren Leiterin des Tanztheaters Wuppertal.

Um gleichsam seine Tanzlaufbahn endgültig abzuschließen, belegt Kortlandt 1972 noch einmal einen Tanzkurs in Köln. Er erhält das Angebot, in der weltberühmten Martha Graham Dance Company zu tanzen – eine Chance, die er nicht ausschlagen kann. Für ein Jahr tanzt er bei Graham in New York und unterrichtet zugleich an der Alvin Ailey School. Dann erhält er 1973 von Pina Bausch eine Einladung nach Wuppertal. So wird er zu einem Tänzer ‚der ersten Stunde‘, wirkt bis 1991 an der Entstehung von 20 Stücken mit und wird zu einem der prägenden Gesichter des Tanztheaters. In ihrer Tanzoper Iphigenie auf Tauris überträgt ihm Pina Bausch prominent die Rolle des Pylades. Außerdem tanzt er in so unterschiedlichen Stücken wie Das Frühlingsopfer, der Revue Ich bring dich um die Ecke oder Adagio – fünf Lieder von Gustav Mahler. Er tritt im Erfolgsstück Die Sieben Todsünden ebenso auf wie im dramatischen Blaubart, spielt im heiteren Renate wandert aus ebenso wie im trauersatten Arien. Pina Bausch spielt mit den Genres und findet mit dem Macbeth-Projekt ihre endgültige Arbeitsweise des Fragenstellens. Kortlandt geht auch diesen Weg mit, wirkt an der Entstehung von Stücken wie Kontakthof, Keuschheitslegende, Walzer, Nelken, Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört, Viktor, Ahnen bis hin zu Palermo Palermo mit.

Szenenwechsel und Rückkehr

1991 verlässt Ed Kortlandt Wuppertal, um als Direktor der Tanzakademie Rotterdam (heute: Codarts Kunsthochschule) zu arbeiten. Da er jedoch seine Reformideen nicht umsetzen kann, verlässt er die Schule 1993, um freiberuflich weiterzuarbeiten. Er unterrichtet als Gastlehrer in Amsterdam, Lausanne, Wuppertal, Essen, Berlin, München und im fernen Bogotá. 1994 kehrt er nach Wuppertal zurück, um bis 1999 als Assistent von Pina Bausch in der Nachfolge von Hans Pop zu arbeiten. Die neue Position ist äußerst anspruchsvoll, verlangt ständige Präsenz und Flexibilität. Er ist bei den Proben dabei, hilft bei der Administration, begleitet die Choreographin auf Tourneen und Social Events. Danach arbeitet er als Proben- und Trainingsleiter für das Tanztheater, hilft bei einzelnen Vorstellungen mit. Von 2000 – 2012 ist er außerdem Trainingsleiter beim Tanztheater Münster unter Leitung von Daniel Goldin. Von 2002 - 2009 nimmt er an der Neueinstudierung von Kontakthof für Damen und Herren ab 65 teil und hält von 2004 – 2006 einen Lehrauftrag für zeitgenössischen Tanz an der Folkwang Hochschule in Essen. Bis 2018 arbeitet Kortlandt für das Tanztheater als Trainingsleiter und wirkt bei Einstudierungen mit. 2019 gibt er seine Rolle des Pylades bei einer Einstudierung von Iphigenie auf Tauris an der Dresdner Semperoper weiter.

Text by Norbert Servos


Galerie


Uraufführungen

Spielzeit 1973/74

StückFritz
Datum5. Januar 1974
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
Choreografische AssistenzHans Pop
TanzCarlos Orta

Mann

Catherine Denisot

Frau lange Arme

Charlotte Butler

Großmutter

Dominique Mercy

Mann Nachthemd

Ed Kortlandt

Frau Mann

Gabriel Sala

Mann ohne Kopf

Heinz Samm

Mann dicker Bauch

Jan Minařík

Vater

John Giffin

Häscher I

João Penalva

Häscher II

Malou Airaudo

Mutter

Marlis Alt

Fritz

Monika Sagon

Frau Männerkopf

Monika Wacker

Frau Schirm

Riitta Laurikainen

Frau Glatze

Tjitske Broersma

Frau schwarzer Pelz

Vivienne Newport

Mädchen

Wolf-Werner Wolf

Gesicht

BühnentechnikHelmut Kühne
BeleuchtungHans-Joachim Deinert
MaskenbildHeinz Dildey
TonHorst Kersten
Künstlerische LeitungPina Bausch
TrainingsleitungHans-Dieter Klos
RepetitionWerner Precht
Leitung TechnikRolf Bachmann
InspizienzWerner Hartkopf
Quelle der BesetzungAbendzettel zu „Fritz“ von Pina Bausch, „Rodeo“ von Agnes de Mille und „Der Grüne Tisch“ von Kurt Jooss in Wuppertal, 5. Januar 1974
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Spielzeit 1973/74

StückIphigenie auf Tauris
Datum21. April 1974
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
TanzBarbara Passow-Diekamp

Priesterinnen, Skythen

Barry Wilkinson

Klytämnestren, Skythen, Wache

Colleen Finneran-Meessmann

Orakel / Medien, Priesterinnen

Dominique Mercy

Orest

Ed Kortlandt

Pylades

Hans Pop

Agamemnon, Skythen, Wache

Hiltrud Blanck

Priesterinnen, Skythen

Jan Minařík

Klytämnestren, Thoas

Josephine Ann Endicott

Klytämnestra, Priesterinnen, Skythen

Lajos Horvath

Klytämnestren, Orakel / Medien

Malou Airaudo

Iphigenie

Margaret Huggenberger

Priesterinnen, Skythen

Marlis Alt

Priesterinnen

Matthias Schmidt

Klytämnestren, Skythen, Wache

Monika Wacker

Priesterinnen, Skythen

Stephanie Macoun

Priesterinnen

Sue Cooper

Priesterinnen, Skythen

Vivienne Newport

Priesterinnen, Skythen

Yolanda Meier

Elektra, Priesterinnen, Skythen

GesangBozena Kinasz

Iphigenie

Elena Bajew

Diana

Hartmut Bauer

Thoas

Heikki Siukola

Orest

Klaus Kettenbach

Ein Diener

Luigi Lega

Pylades

ChorJiri Kubica
Werner Wilke
BühnentechnikPaul Aron
BeleuchtungHans-Joachim Deinert
MaskenbildHeinz Dildey
TonHorst Kersten
SouffleuseGertrud Bürkle
Leitung TechnikRolf Bachmann
InspizienzHerbert Görsch
Quelle der BesetzungAbendzettel zu „Iphigenie auf Tauris“ von Pina Bausch in Wuppertal, Spielzeit 1973/74
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Spielzeit 1974/75

Spielzeit 1974/75

Spielzeit 1975/76

Spielzeit 1975/76

Spielzeit 1975/76

StückDie sieben Todsünden
Datum15. Juni 1976
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
KostümassistenzOrtrud Himmelreich
MusikassistenzLothar Knepper
TanzBarbara Passow-Diekamp

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Barry Wilkinson

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Colleen Finneran-Meessmann

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Ed Kortlandt

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Elisabeth Clarke

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Esco Edmondson

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Fernando Cortizo

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Hans Pop

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Heinz Samm

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Hiltrud Blanck

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Jan Minařík

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Josephine Ann Endicott

Anna II, Fürchtet euch nicht

Lajos Horvath

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Laszlo Fenyves

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Margaret Huggenberger

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Marlis Alt

Fürchtet euch nicht

Michael Diekamp

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Monika Sagon

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Monika Wacker

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Pedro José Mascarello Bisch

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Stephanie Macoun

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Sue Cooper

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Tjitske Broersma

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Vivienne Newport

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Yolanda Meier

Fürchtet euch nicht, Todsünden

SchauspielMechthild Großmann

Fürchtet euch nicht

GesangAnn Höling

Anna I, Fürchtet euch nicht

Erich Leukert

Fürchtet euch nicht

Karin Rasenack

Fürchtet euch nicht

Oskar Pürgstaller

Familie

Siegfried Schmidt

Familie

Willi Nett

Familie

Zsolt Ketszery

Familie

BühnentechnikHelmut Kühne
BeleuchtungHans-Joachim Deinert
MaskenbildHeinz Dildey
TonHorst Kersten
SouffleuseElse Hildesheim
BallettkorrepetitionWerner Precht
Leitung TechnikRolf Bachmann
WerkstättenleitungLeo Haase
InspizienzHerbert Görsch
TourneeleitungHans-Dieter Klos
RequisiteGünther Fränzel
Quelle der BesetzungAbendzettel zu „Die sieben Todsünden“ von Pina Bausch mit Sinfonieorchester Wuppertal in Wuppertal, 15. Juni 1976
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Spielzeit 1976/77

Spielzeit 1976/77

Spielzeit 1977/78

Spielzeit 1978/79

Spielzeit 1978/79

Spielzeit 1979/80

Spielzeit 1979/80

Spielzeit 1981/82

Spielzeit 1982/83

Spielzeit 1983/84

Spielzeit 1985/86

Spielzeit 1986/87

Spielzeit 1989/90


Aus dem Archiv
Ed Kortlandt

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