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Informations

1995 bis 2018

Mitglied des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, seit 2018 als Gast


Biographie

Fernando Suels Mendoza

wird 1968 in Caracas/Venezuela geboren, wo er zunächst ein Journalistik-Studium beginnt. Schnell entdeckt er nebenher den Tanz für sich. 1987 schreibt er sich an José Ledezmas Escuela de Danza de Caracas ein, behält jedoch sein Journalistik-Studium bei, um einen Brotberuf zu haben. In Venezuela betrachtet man Tanz eher als Freizeitbeschäftigung und so sieht auch Suels am Anfang darin noch nicht seine berufliche Zukunft. Der Unterricht bei Ledezma ist Cunningham-basiert, doch zur Festigung einer soliden Technik schickt ihn sein Lehrer zum Ballettunterricht bei Lidija Franklin. Von der ehemaligen Jooss-Tänzerin hört er erstmals von der deutschen Tanzrevolution der 1920er/30er Jahre und der von Kurt Jooss gegründeten Tanzabteilung an der Folkwang Hochschule in Essen. Suels ist vielseitig interessiert, arbeitet mit Danza Hoy, einer Graham-orientierten Kompanie, und studiert Limón-Technik am Instituto Superior de la Danza. Schnell ergeben sich erste Auftrittsmöglichkeiten. Er arbeitet mit Luis Viana, dessen Werke von Pina Bausch beeinflusst sind, und sieht erstmals auf Video Stücke der Wuppertaler Choreografin, die ihn tief beeindrucken. Als er 1990 seine beiden Ausbildungen in Caracas abschließt, hat er das Gefühl, dass er noch nicht fertig ist, und will weiter lernen.

Gefühlte Bewegung

Es ist Carlos Orta, ein Bausch-Tänzer der frühen Jahre, der ihm den Rat gibt, sich an der Folkwang Hochschule zu bewerben. 1991 beginnt er seine vierjährige Ausbildung, dabei arbeitet er besonders intensiv mit Jean Cébron, ebenfalls ehemaliger Tänzer von Kurt Jooss und Lehrer von Pina Bausch. Nach der Abstraktion des Cunningham-Stils in Venezuela ist der Unterricht in Essen wie eine Revolution für Suels. Endlich kann er seine Gefühle in die Bewegungen einfließen lassen. Pina Bausch hat von Anfang an ein Auge auf den jungen Tänzer, aber sie lässt ihm Zeit zur Entwicklung. 1993 lernt er Das Frühlingsopfer; in seinem vierten Ausbildungsjahr bietet ihm die Choreografin an, die Rolle des Pylades in Iphigenie auf Tauris zu lernen. Auf der Bühne tanzen wird er sie erst 15 Jahre später.

Freiheit und Offenheit

Als Pina Bausch ihn 1995 fest in ihr Ensemble übernimmt, fühlt er sich mit der Arbeitsweise von Anfang an wohl. Ihre Offenheit, alle Erfindungen ihrer Tänzer:innen zuzulassen und sie ohne Bewertung anzuschauen, gibt ihnen jede erdenkliche Freiheit und bietet zugleich einen Schutz. Niemand muss sich fürchten, sich lächerlich zu machen oder dumm dazustehen. Alles hat das gleiche Recht dazusein, die kleinste Geste ebenso wie die große Motion – unabhängig davon, ob sie später in das Stück einfließt oder nicht. So können sich die Tänzer:innen mit den Jahren entfalten und immer neue Seiten an sich entdecken. Bei Fernando Suels nutzt Pina Bausch immer wieder seinen jungenhaften Charme und eine kluge Unbekümmertheit. Nicht selten ist er derjenige, der nach einem dramatischen Einbruch die ganze Gruppe mit einem beschwingten Tanz in einen Neuanfang führt. Oder er lockert die Szenerie mit sanfter Ironie auf, die auch nicht vor der Choreografin selbst haltmacht, die er mit feinem Spott in ihren Eigenarten karikiert. Alles darf sein, und alle Tänzer:innen verkörpern verschiedene Färbungen und Möglichkeiten, wie man mit dem Leben umgehen kann. Seit Sommer 2018 arbeitet Fernando Suels für das Tanztheater als Gast.

Text: Norbert Servos


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