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Informationen

1945

geboren in Prag (Tschechoslowakei)

Klassische Tanzausbildung am Konservatorium in Prag

Engagements am Prager Nationaltheater, in Brno (Tschechoslowakei) und in Innsbruck (Österreich)

1970

engagiert ihn Ivan Sertić nach Wuppertal

1973 bis 2000

Mitglied des Tanztheater Wuppertal mit zahlreichen bedeutenden Rollenkreationen

2022

stirbt in Tschechien


Biografie

Jan Minařík

wird am 25. August 1945 in Prag/Tschechoslowakei geboren, wo er am dortigen Konservatorium eine klassische Tanzausbildung absolviert. Den Berufswunsch entwickelt der gelernte Koch, weil er nicht zum Militär gehen will. Nach ersten Engagements am Prager Nationaltheater (1966/67) und als Solist in Brno/Brünn (1967–69) emigriert er 1969 und tanzt zunächst am Tiroler Landestheater Innsbruck. 1970 wechselt er unter Ballettdirektor Ivan Sertić als Solotänzer zum Ballett der Wuppertaler Bühnen, wo er unter dem Künstlernamen Jean Mindo auftritt. Als Pina Bausch 1973 die Leitung des Wuppertaler Balletts übernimmt, verlässt die Mehrheit der Tänzer:innen gemeinsam mit Sertić das Haus. Minařík bleibt und entwickelt sich rasch zu einem wichtigen Mitarbeiter Pina Bauschs und zu einem der profiliertesten Tänzer/Darsteller des neu formierten Tanztheater Wuppertal.

Die „Mutter der Kompanie“

Schon seine frühen Rollenkreationen prägen sich ein, vor allem in Das Frühlingsopfer und Blaubart. Keiner kann einen derart ungekünstelten dramatischen Blick aufsetzen, kaum einer wirft sich mit solch elementarer Wucht in seine Rollen. Wenn er als Blaubart auf dem Rücken liegend die in zahllose alte Kleider verpuppte Judith keuchend über den Boden zerrt, wird einem Angst und Bange. Minařík zeigt, wie der gruselig obsessive Herzog am Ende beklemmend vom Täter zum Opfer mutiert, ein Gefangener der eigenen Besessenheit. Minaříks physische und emotionale Erschöpfung am Schluss des Stücks ist nicht gespielt, sie ist stets echt.

Neben dem dramatischen verfügt der beeindruckende Darsteller über ein ebenso starkes komisches Talent. Travestie-Rollen entwickeln sich zu einer weiteren Spezialität Minaříks. In Nelken posiert er 1982/83 zum zehnjährigen Jubiläumsfoto der Kompanie in wallendem Abendkleid und schief aufgesetzter Perücke als „Mutter der Kompanie“. Die ist er inzwischen tatsächlich und zugleich eines ihrer Markenzeichen. Seine seltsamen Verkleidungen schaffen immer wieder gezielte Verstörungen: als Amor im schillernden Minikleid; als Freiheitsstatue mit einer Korona aus Zigaretten; als taumelnder Bankräuber oder nackter König, der lakonisch bemerkt: „Man hat mich beraubt“.

Tänzer und Fotograf

Den harten tschechischen Akzent legt Minařík nicht ab, sondern kultiviert ihn genüsslich und nutzt ihn für seine subversive Komik. Damit hat er die Lacher auf seiner Seite, aber sein stoischer Ernst sorgt zugleich dafür, dass seine schrägen Auftritte nicht bloß witzig daher kommen. Für mehr als ein Vierteljahrhundert ist er, der in vielen Stücken die Rolle des Spielleiters oder stillen Beobachters übernimmt, für Pina Bausch ein unverzichtbarer Arbeitspartner, der sich nie mit schnellen Lösungen zufrieden gibt. Er hat ein waches Auge für dramaturgische Fragen beim Zusammenfügen der Stücke und überraschende Kostümideen. Neben seiner Arbeit als Tänzer begleitet er als Fotograf das Ensemble während der Probenarbeit und auf Tourneen. Seit 1981 ist er mit einer weiteren Protagonistin des Tanztheaters, Beatrice Libonati, verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

Mit 55 Jahren beendet Jan Minařík 2000 aus gesundheitlichen Gründen seine Laufbahn als Tänzer und Darsteller und hinterlässt im Tanztheater Wuppertaler eine schwer zu füllende Lücke. Am 26. Juni 2022 stirbt er auf seinem Bauernhof in Tschechien.

Text: Norbert Servos


Galerie



Uraufführungen

Spielzeit 1973/74

StückFritz
Datum5. Januar 1974
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
Choreografische AssistenzHans Pop
TanzCarlos Orta

Mann

Catherine Denisot

Frau lange Arme

Charlotte Butler

Großmutter

Dominique Mercy

Mann Nachthemd

Ed Kortlandt

Frau Mann

Gabriel Sala

Mann ohne Kopf

Heinz Samm

Mann dicker Bauch

Jan Minařík

Vater

John Giffin

Häscher I

João Penalva

Häscher II

Malou Airaudo

Mutter

Marlis Alt

Fritz

Monika Sagon

Frau Männerkopf

Monika Wacker

Frau Schirm

Riitta Laurikainen

Frau Glatze

Tjitske Broersma

Frau schwarzer Pelz

Vivienne Newport

Mädchen

Wolf-Werner Wolf

Gesicht

BühnentechnikHelmut Kühne
BeleuchtungHans-Joachim Deinert
MaskenbildHeinz Dildey
TonHorst Kersten
Künstlerische LeitungPina Bausch
TrainingsleitungHans-Dieter Klos
RepetitionWerner Precht
Leitung TechnikRolf Bachmann
InspizienzWerner Hartkopf
Quelle der BesetzungAbendzettel zu „Fritz“ von Pina Bausch, „Rodeo“ von Agnes de Mille und „Der Grüne Tisch“ von Kurt Jooss in Wuppertal, 5. Januar 1974
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Spielzeit 1973/74

StückIphigenie auf Tauris
Datum21. April 1974
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
TanzBarbara Passow

Priesterinnen, Skythen

Barry Wilkinson

Klytämnestren, Skythen, Wache

Colleen Finneran-Meessmann

Orakel / Medien, Priesterinnen

Dominique Mercy

Orest

Ed Kortlandt

Pylades

Hans Pop

Agamemnon, Skythen, Wache

Hiltrud Blanck

Priesterinnen, Skythen

Jan Minařík

Klytämnestren, Thoas

Josephine Ann Endicott

Klytämnestra, Priesterinnen, Skythen

Lajos Horvath

Klytämnestren, Orakel / Medien

Malou Airaudo

Iphigenie

Margaret Huggenberger

Priesterinnen, Skythen

Marlis Alt

Priesterinnen

Matthias Schmidt

Klytämnestren, Skythen, Wache

Monika Wacker

Priesterinnen, Skythen

Stephanie Macoun

Priesterinnen

Sue Cooper

Priesterinnen, Skythen

Vivienne Newport

Priesterinnen, Skythen

Yolanda Meier

Elektra, Priesterinnen, Skythen

GesangBozena Kinasz

Iphigenie

Elena Bajew

Diana

Hartmut Bauer

Thoas

Heikki Siukola

Orest

Klaus Kettenbach

Ein Diener

Luigi Lega

Pylades

ChorJiri Kubica
Werner Wilke
BühnentechnikPaul Aron
BeleuchtungHans-Joachim Deinert
MaskenbildHeinz Dildey
TonHorst Kersten
SouffleuseGertrud Bürkle
Leitung TechnikRolf Bachmann
InspizienzHerbert Görsch
Quelle der BesetzungAbendzettel zu „Iphigenie auf Tauris“ von Pina Bausch in Wuppertal, Spielzeit 1973/74
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Spielzeit 1974/75

Spielzeit 1974/75

Spielzeit 1974/75

StückOrpheus und Eurydike
Datum23. Mai 1975
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
TanzBarbara Passow

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Barry Wilkinson

Bild Frieden, Bild Sterben, Bild Trauer

Colleen Finneran-Meessmann

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Dominique Mercy

Orpheus

Heinz Samm

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben

Hiltrud Blanck

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Jan Minařík

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Lajos Horvath

Bild Frieden, Bild Sterben, Bild Trauer

Laszlo Fenyves

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Malou Airaudo

Eurydike

Margaret Huggenberger

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Marlis Alt

Amor, Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Michael Diekamp

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Monika Sagon

Bild Frieden

Monika Wacker

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Pedro José Mascarello Bisch

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Stephanie Macoun

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Sue Cooper

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Tjitske Broersma

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Vivienne Newport

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

Yolanda Meier

Bild Frieden, Bild Gewalt, Bild Sterben, Bild Trauer

GesangBozena Kinasz

Eurydike

Kristina Eckert

Amor

Lois White

Orpheus

ChorWerner Wilke
BühnentechnikHelmut Kühne
BeleuchtungHans-Joachim Deinert
MaskenbildHeinz Dildey
TonHorst Kersten
SouffleuseElse Hildesheim
TrainingsleitungHans-Dieter Klos
BallettkorrepetitionWerner Precht
Leitung TechnikRolf Bachmann
InspizienzWalter Maiser
Quelle der BesetzungAbendzettel zu „Orpheus und Eurydike“ von Pina Bausch in Wuppertal, 23. Mai 1975
Programmheft zu „Orpheus und Eurydike“ von Pina Bausch in Wuppertal, 23. Mai 1975
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Spielzeit 1975/76

Spielzeit 1975/76

StückDer zweite Frühling
Datum3. Dezember 1975
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
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Spielzeit 1975/76

Spielzeit 1975/76

StückDie sieben Todsünden
Datum15. Juni 1976
SpielstätteOpernhaus Wuppertal
Wuppertal
Deutschland
KostümassistenzOrtrud Himmelreich
MusikassistenzLothar Knepper
TanzBarbara Passow

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Barry Wilkinson

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Colleen Finneran-Meessmann

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Ed Kortlandt

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Elisabeth Clarke

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Esco Edmondson

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Fernando Cortizo

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Hans Pop

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Heinz Samm

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Hiltrud Blanck

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Jan Minařík

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Josephine Ann Endicott

Anna II, Fürchtet euch nicht

Lajos Horvath

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Laszlo Fenyves

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Margaret Huggenberger

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Marlis Alt

Fürchtet euch nicht

Michael Diekamp

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Monika Sagon

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Monika Wacker

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Pedro José Mascarello Bisch

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Stephanie Macoun

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Sue Cooper

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Tjitske Broersma

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Vivienne Newport

Fürchtet euch nicht, Todsünden

Yolanda Meier

Fürchtet euch nicht, Todsünden

SchauspielMechthild Großmann

Fürchtet euch nicht

GesangAnn Höling

Anna I, Fürchtet euch nicht

Erich Leukert

Fürchtet euch nicht

Karin Rasenack

Fürchtet euch nicht

Oskar Pürgstaller

Familie

Siegfried Schmidt

Familie

Willi Nett

Familie

Zsolt Ketszery

Familie

BühnentechnikHelmut Kühne
BeleuchtungHans-Joachim Deinert
MaskenbildHeinz Dildey
TonHorst Kersten
SouffleuseElse Hildesheim
BallettkorrepetitionWerner Precht
Leitung TechnikRolf Bachmann
WerkstättenleitungLeo Haase
InspizienzHerbert Görsch
TourneeleitungHans-Dieter Klos
RequisiteGünther Fränzel
Quelle der BesetzungAbendzettel zu „Die sieben Todsünden“ von Pina Bausch mit Sinfonieorchester Wuppertal in Wuppertal, 15. Juni 1976
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Spielzeit 1976/77

Spielzeit 1976/77

Spielzeit 1977/78

Spielzeit 1977/78

Spielzeit 1977/78

Spielzeit 1978/79

Spielzeit 1978/79

Spielzeit 1979/80

Spielzeit 1979/80

Spielzeit 1980/81

Spielzeit 1981/82

Spielzeit 1982/83

Spielzeit 1983/84

Spielzeit 1984/85

Spielzeit 1985/86

Spielzeit 1986/87

Spielzeit 1989/90

Spielzeit 1990/91

Spielzeit 1992/93

Spielzeit 1993/94

Spielzeit 1994/95

Spielzeit 1995/96

Spielzeit 1996/97

Spielzeit 1997/98

Spielzeit 1997/98

Spielzeit 1998/99

Spielzeit 1999/2000



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